The Delta Saints

Tolle Groove-Hammer-Funk-Blues-Party von einer sympathischen Band aus Nashville. Der Beweis, dass der Blues aus dem Delta immer noch lebt. Schorle


Werbung für Live-Konzerte
Weikersheim. Im „club w 71“ kann man immer wieder Bands erleben, deren Musik ganz für die heutige Zeit steht, somit nicht zu einem früheren Zeitpunkt hätte erklingen können. Umso mehr wundert es, wenn mit „The Delta Saints“, die am Samstag zu Gast waren, nun eine Band geholt wurde, die ganz unbeschwert den verschiedenen Strömungen des Blues frönt.
Mag ein Bluesrockkonzert vor 30 Jahren mal eine dröge Angelegenheit gewesen sein, weil die bekannten Muster bis zum Exzess wiederholt wurden, und der Blues alles Authentische verlor, geht diese junge Band die Sache mit viel Neugier an. Man staunt, mit welcher Spielfreude und Kompetenz die Musiker zu Werk gehen, und stellt erfreut fest, wie viel Äste und Zweige der Baum Blues hat.
Einflüsse von Boogie, Soul, Funk, Rock’n’Roll sorgen dafür, dass kaum ein Stück wie das nächste klingt. Dass Blues eine traurige Musik ist, mit der der ausgebeutete Afroamerikaner sein Leben beweint, ist eines der großen Missverständnisse in der Geschichte der populären Musik.
Bluesmusiker mussten ihr Publikum in erster Linie gut unterhalten. Sie hatten viel zu erzählen, sie wollten den Leuten Aufregung bieten, sie mit minimalen Mitteln aus ihrem Alltag holen. Daraus schöpft der Blues seine rohe Kraft. Auf das Mississippi-Delta als den Ort des wahren, tiefen Blues und des Swamp Rock beziehen sich die ausgerechnet aus Nashville stammenden „The Delta Kings“. Alle fünf sind junge Musiker zwischen 21 und 24 Jahren, die ihr Metier mit einer Perfektion beherrschen, die man einer so jungen Band nicht zutrauen würde. Ben Ringel hat eine beeindruckende Stimme, und überzeugt auch am Dobro (einer Gitarre mit Metallkorpus), Greg Hommert spielt so mitreißend Mundharmonika, dass es für ihn immer wieder Zwischenapplaus gab. Auch Gitarrist Dylan Finch überzeugt auf der ganzen Linie. Das Rhythmusteam, David Supica am Bass und Ben Azzi am Schlagzeug, ist mit allen Wassern gewaschen. Sie tragen einen großen Anteil daran, dass die Stücke so abwechslungsreich wahrgenommen werden. Besonders beeindruckend ist, dass fast alle Songs aus den Federn der „Delta Saints“ stammen. Das Publikum ging mit, ein Abend, der wie eine Werbung für Live-Konzerte war. Erwähnt werden muss auch der hervorragende Live-Sound: druckvoll, aber doch transparent.
Die Band auf ihrer Facebook-Seite zum Konzert: „What a blast!“ Wer das Konzert verpasst hat: Im Oktober sind „The Delta Saints“ zu Gast beim WDR-Rockpalast. nb (in der FN vom 29.Sept.)

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